Kohlenmonoxid, die unsichtbare und geruchlose Gefahr

Schulung für Führungskräfte der Feuerwehr Lauda-Königshofen

Von Jürgen Schmitt

Es ist ein teuflisches Atemgift. Geruchlos, geschmacklos, farblos, es reizt auch nicht die Atemwege. Und doch kann es schon in geringen Dosen tödlich sein. Die Rede ist von Kohlenstoffmonoxid, auch mit Kohlenmonoxid oder mit der chemische Formel CO gekennzeichnet.

Unbemerkt kann es aus defekten oder schlecht gewarteten Heizthermen, undichte Rauchgasanschlüssen, schlecht ziehenden Kaminen und Kachelöfen austreten. Über die Lunge gelangt es in den Blutkreislauf wo es den Sauerstofftransport blockiert. Bei entsprechender Konzentration führt das schnell zu Bewusstlosigkeit und ohne Hilfe von außen unweigerlich zum Tod. Tragische Unglücksfälle mit mehreren Toten zeigen die Gefährlichkeit. Es vor wenigen Wochen wurde eine vierköpfige Familie aus Esslingen ausgelöscht und auch das furchtbare Unglück im fränkischen Arnstein bleibt in Erinnerung.

Anlass genug für Jürgen Segeritz, dem Leiter der Feuerwehr Lauda-Königshofen in einer Schulung für Führungsgskräfte aus allen Abteilungen sich intensiv mit der Thematik zu beschäftigen. „Das Gas ist nicht nur hoch toxisch, es ist auch noch sehr explosiv“, so der Kommandant, „wenn wir zu einer Türöffnung gerufen werden, müssen wir fast immer auch an eine mögliche CO-Belastung der betroffenen Wohnung denken“. Kohlenmonoxid könne auch durch Türen u. Wände diffundieren und  Nachbarwohnungen beeinträchtigen. Deshalb sei es wichtig, auch diese Bereiche sorgfältig zu kontrollieren.

Für Angehörige und Helfer ist es unmöglich eine betroffene Wohnung zu betreten und Hilfe zu leisten. Sie würden sich unweigerlich selbst gefährden. Nur die Feuerwehr mit ihren Umluft unabhängigen Atemschutzgeräten können sich Zugang zu kontaminierten Räumen verschaffen.

Auch das mehr in Mode gekommene „Wintergrillen“ kann nur im Freien erfolgen. Selbst auf Terrassen, Balkonen oder in Garagen könne leicht zur tödlichen Falle werden. „Während Rauchwarnmelder in Wohnungen inzwischen Vorschrift sind, gibt es eine solche Verpflichtung für CO-Melder nicht“, ergänzt Jürgen Segeritz „dennoch kann es sinnvoll sein, solche Warngeräte anzuschaffen“.

Am sichersten schützen jedoch die sorgfältige Wartung Gasfeueranlagen und Feuerstätten mit flüssigen und festen Brennstoffen. „Leichtsinn, Fahrlässigkeit, sorgloser Umgang mit nicht zum Gebrauch in geschlossenen Räumen zugelassenen Heizgeräten, Missachtung von Warnhinweisen, das kostet alljährig mehreren hundert Menschen das Leben und gefährdet letztendlich auch die Einsatzkräfte“, so das abschließende Fazit des Schulungsabends.