„Heißausbildung“ bei der Feuerwehr Lauda-Königshofen

Reger Betrieb herrscht derzeit bei der Feuerwehr in Lauda-Königshofen. In der mobilen Brandübungsanlage der Netze BW trainieren die Feuerwehrmänner und -frauen Brandbekämpfung unter realitätsnahen Bedingungen.

Ein Bericht von unserem Kameraden Jürgen Schmitt

Richtig „heiß“ geht es derzeit bei der Feuerwehr in Lauda-Königshofen zu. Bei Temperaturen bis zu 600 ° C trainieren die Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehr Lauda-Königshofen die Brandbekämpfung in einer mobiler Brandübungsanlage der Netze BW. Die Anlage wird von dem Energieversorger den Feuerwehren kostenlos zur Verfügung gestellt und bietet ideale Trainingsbedingungen.

„Zimmerbrand im Erdgeschoss, Angriffstrupp zur Brandbekämpfung vor“, lautet der erste Einsatzbefehl am Übungsabend. Offene Flammen schlagen aus dem Fenster des „Zimmers“, die Rauchsäule über dem Übungsobjekt ist ein deutliches Zeichen für ein ausgedehntes Schadensfeuer. „Ihr müsst jetzt mit Temperaturen bis 600° C rechnen“ gibt der verantwortliche Ausbilder dem Atemschutztrupp mit auf den Weg, „achtet immer auch auf Eure Eigensicherung“.

Geduckt nähert sich der Trupp der brandheißen Tür. Vorsichtig öffnet der Trupp einen Türspalt und gibt einen ersten Spühstoß aus dem Wasserstrahlrohr auf den brennenden Kleiderschrank. Von außen ist das Feuer aber nicht zu löschen, die beiden Feuerwehrmänner müssen rein in das Zimmer, näher ran an den Brandherd. Jetzt wird es für den Trupp richtig „stressig“. Vom Steuerstand aus lässt der Ausbilder immer wieder neue Brandstellen entstehen. Das Feuer breitet sich aus, mal zündelt es von der Decke oder vermeintlich schon gelöschte Brandherde flammen wieder auf. „Kleinkind im Zimmer vermisst“, quäkt es plötzlich aus dem Funksprechgerät, der psychische Druck auf die Feuerwehrmänner wird erhöht, das Auffinden des Kindes mitten in dem Flammenmeer hat jetzt höchste Priorität

Trupp geht unter Atemschutz in den Brandcontainer vor

Zwei bis dreimal kann jeder Trupp an einem Abend durch die Anlage geschleust werden. Neben Zimmerbränden können Kellerbrände, Brände von Hochvoltanlagen und die von den Feuerwehrleuten gefürchteten Rauchgasdurchzündungen, sog. „Flash-Over“ simuliert werden.
Nur ausgebildete Atemschutzgeräteträger können an dieser „Heißausbildung“ teilnehmen.
Rund 15 Übungsabende und ein ganzer Samstag sind notwendig bis ein Großteil Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Lauda-Königshofen im Brandübungscontainer trainiert haben. Außerdem wird die Anlage von Feuerwehrleuten aus Boxberg, Königheim und Grünsfeld genutzt.

Für Marko Dittmann, stellv. Stadtkommandant, Ausbildungsbeauftragter und Gerätewart der Feuerwehr Lauda-Königshofen, geht die Arbeit erst richtig los wenn, wenn die Trupps ihre Gerätschaften abgelegt haben. Nach jeder Übunseinheit zwischen acht und zehn Atemluftflaschen zu füllen, ebenso viele Masken zu reinigen und die lebenswichtigen Lungenautomaten zu prüfen. Am Ende werden es weit über 100 sein.

„Da steckt eine Menge an Organisation dahinter“, so Jürgen Segeritz, Leiter der Feuerwehr Lauda Königshofen. „Ein mehrwöchiger Übungsbetrieb braucht viele Helfer, die Ausbildung muss auf viele Schultern verteilt werden. Wir haben ein tolles Ausbilder- und Betreuerteam. Ich bedanke mich ausdrücklich für das außerordentliche Engagement“.

Nachbesprechung der Einsatzübung