Alarmübung der Freiwilligen Feuerwehr Lauda-Königshofen

Alle Abteilungen der Feuerwehr in einen Großübung eingebunden. Vier zeitgleiche Einsatzstellen im Stadtgebiet

Ein Bericht von unserem Kameraden Jürgen Schmitt

Mehrere Einsätze zur selben Zeit sind selten. Und doch müssen die Einsatzkräfte auch auf eine Großschadenslage vorbereitet sein. Eine besondere Herausforderung sowohl für Mannschaft als auch für die Führungskräfte. In einer gemeinsamen Alarmübung aller Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Lauda-Königshofen wurde jetzt der Ernstfall geübt.

Als der erste Alarm für die Abt. Unterbalbach ausgelöst wurde, konnte noch keiner der Beteiligten ahnen, dass er oder sie einen Großteil des Tages bei der Feuerwehr verbringen würde. Wie auch bei Realeinsätzen, waren weder Tag, Einsatzlage noch Übungsobjekte bekannt.  Ein Vorbereitungsteam hatte völlig geheim das Drehbuch für die Großübung geschrieben und die entsprechenden Einsatzstellen vorbereitet.

So manch ein Feuerwehrler lag noch im Bett als in Unterbalbach die dortige Abteilung über den Alarmpiepser als Tragehilfe für den Rettungsdienst angefordert wurde. Hilflos liegt dort eine verletzte Person im engen Kelleraufgang, Notarzt und Rettungsdienst sind auf die Manpower der Feuerwehr angewiesen.

Mitten in diesen Rettungseinsatz platzt die Meldung von einem schweren Verkehrsunfall zwischen Oberlauda und Dittwar. Das lebensgefährlich verletzte Unfallopfer ist hilflos im PKW eingeschlossen. Die Abteilung Lauda wird von der Leiststelle zur Unfallstelle alarmiert. Mit schwerem Rettungsgerät, der hydraulischen Schere und hydraulischen Rettungszylindern wird der Verletzte aus dem demolierten Fahrzeug befreit und dem Rettungsdienst zur medizinischen Versorgung übergeben.  Die qualifizierte Zusatzausbildung einiger „Feuerwehrler“ als Sanitäter, sichert während des gesamten Rettungsgeschehens eine bestmögliche Erstversorgung.

Rettung eines Verletzten aus PKW mit schwerem Rettungsgerät

Doch zeitgleich mit dem laufenden Rettungseinsatz erfolgt ein weiterer Hilferuf. Aufregende Anwohner melden über die Notrufnummer 112 ein Feuer bei der Fa. Inast in Königshofen. Ein Schadensfeuer bei dem „Spezialisten für Recycling und Abfallbeseitigung“ (Zitat Website) verlangt schon in der ersten Phase ein robustes und entschlossenes Eingreifen der Feuerwehr. Sofort wird die Abteilung Königshofen mit allen verfügbaren Fahrzeugen und Kräften an die Brandstelle beordert. Die schon bei der Anfahrt weit sichtbare Rauchsäule lässt auf ein größeres Brandgeschehen schließen. Weitere Kräfte werden angefordert, zumal schnell klar wird, dass mehrere Personen im brennenden Gebäude vermisst werden. Jetzt zahlt sich „Heißausbildung“ für die Atemschutzgeräteträger aus, hatten sie doch in den letzten Wochen die Brandbekämpfung „unter Feuer“ im Brandübungscontainer geübt. Mittlerweile ist auch die Führungsgruppe der Feuerwehr Lauda-Königshofen einsatzbereit und übernimmt in Absprache mit dem Einsatzleiter die Einsatzstellenkoordination.  Nach und nach werden die Abteilungen Beckstein, Sachsenflur, Deubach und Marbach alarmiert. Für sie gilt es, eine Wasserversorgung von der Tauber an die Einsatzstelle zu legen. Mehrere Pumpen fördern über eine 800 m lange Schlauchleitung bis zu 1000 Liter Tauberwasser pro Minute zur Brandstelle.

Von brennendem Container greift Feuer auf Lagergebäude der Fa. Inast über

Zu allem Unglück kommt es parallel im Chemiesaal der Gemeinschaftsschule in Lauda zu einer Verpuffung. Undurchdringlicher Rauch, übungshalber Disconebel aus der Nebelmaschine, verbreitet sich im Klassenzimmer und über die Flure. Die dortige Brandmeldeanlage reagiert sofort und löst automatisch über die Leitstelle in Bad Mergentheim Alarm aus. Da bereits mehrere Abteilungen in Königshofen gebunden sind, werden jetzt die Wehren aus Gerlachsheim, Heckfeld, Messelhausen und Oberlauda angefordert.
Bei Eintreffen der ersten Kräfte hatte bereits ein Großteil der Schüler mit ihren Lehrern das Schulgebäude verlassen. Und dennoch, für einige Schüler bleibt der Fluchtweg durch beißenden, lebensbedrohlichen Qualm im Treppenhaus versperrt. Sie werden von der Feuerwehr über tragbare Leitern in Sicherheit gebracht. Nicht alle Schüler schaffen den Weg über die Leitern. Sie müssen im sicheren Klassenzimmer verharren und auf Hilfe durch die Feuerwehr warten.  Mit Hochleistungslüftern werden die Fluchtwege von den Rauchgasen befreit, so dass auch sie den Weg ins rettende Freie schaffen.

Einsatzkräfte vor Gemeinschaftsschule Lauda

Trotz aller Übungskünstlichkeit hatte das Organisationsteam viel Energie darauf verwendet die Übungsbedingungen realitätsnah zu simulieren. Neben „echtem“ Feuer bei der Fa. Inast, einem stark demolierten PKW im Straßengraben und der mit Disconebel verrauchten Schule, war auch der Einsatz von Sondersignal angeordnet.  Zur Entlastung der Integrierten Leitstelle übernahm die Führungsgruppe der Feuerwehr Bad Mergentheim deren Funktion. Die Verletzten wurden professionell von Sanitätseinheiten des DRK Ortvereins Unterbalbach versorgt.

Über tragbare Leitern werden Schüler und Lehrer aus der verqualmten Schule gerettet.

Der Leiter der Feuerwehr Lauda-Königshofen Jürgen Segeritz  zeigte sich äußerst zufrieden über den Ablauf der Übung. Auch wenn an der einen oder anderen Stelle nachgesteuert werden müsse, könne man von einem vollen Erfolg sprechen. Niemand könne erwarten, dass alles wie am Schnürchen laufe, aber genau aus diesem Grund müsse man solche Alarmübungen durchführen. „Wir haben heute gezeigt, wozu wir in der Lage sind und darauf können wir stolz sein“, so sein abschließendes Resümee.