Einsatzrekord bei der Freiwilligen Feuerwehr Lauda-Königshofen

Häufung von Alarmen durch Brandmeldeanlagen und Technische Hilfeleistungen

Von unserem Kameraden Jürgen Schmitt

Der landesweite Trend zu höheren Einsatzzahlen der Feuerwehren macht auch in Lauda-Königshofen keine Ausnahme. Mit 220 Einsätzen im letzten Jahr wurde ein neuer Höchststand erreicht.

Auffällig in der Einsatzstatistik ist die hohe Anzahl von Alarmen durch Brandmeldeanlagen. Diese melden Rauch bzw. Hitze direkt an die Feuerwehrleitstelle, die dann eine vordefinierte Alarmierung diverser Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst einleiten. In Lauda-Königshofen waren es vor allem die Brandmeldeanlagen in den Sammelunterkünften in Lauda, Gerlachsheim und Königshofen. Hier wurden 48 Alarme ausgelöst, mehrfach verursacht durch verbranntes Kochgut auf der Herdplatte oder unsachgemäße Handhabung von Haar-bzw. Deospray, da die automatischen Melder Rauchpartikel und Aerosolwolken aus Spraydosen nicht unterscheiden können. Aber auch Wartungsmängel und Installationsfehler führten mehrfach zu Fehlalarmen.  „Wir nehmen jeden Alarm ernst, auch wenn wir im vergangenen Jahr kein ernsthaftes Schadensfeuer in den Unterkünften hatten“, betont Jürgen Segeritz, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Lauda-Königshofen, „meist war es mit der Evakuierung des Gebäudes und einer gründlichen Belüftung getan“. 

Vermehrt rückten Anforderungen zur Türöffnung in den Tätigkeitsbereich der Feuerwehr, und zwar immer dann, wenn hilflose Personen nicht mehr in der Lage waren, Haus- oder Wohnungstüren von innen für den Rettungsdienst oder die Polizei zu öffnen. „Wir haben reagiert und massiv in die Ausstattung und Ausbildung für diese Tätigkeiten investiert“, so Jürgen Segeritz. Ein Ärgernis sei vor allem der schlechte Wartungszustand der Aufzüge im Bahnhof. Immer wieder musste die Feuerwehr anrücken, um Personen aus dem steckengebliebenen Käfig zu befreien.

Die Alarmierungen zur „Technischen Hilfeleistung“ summieren sich auf 109 Einsätze. Neben den Türöffnungen gehörten auch Routineeinsätze wie Tierrettungen, die Beseitigung von Ölspuren und Sturmschäden, aber auch die Befreiung von eingeklemmten Personen bei Verkehrsunfällen. „Das ist alles andere als Routine, kann für die eingesetzten Kräfte sehr belastend sein“, ergänzt Klaus Jockel, Kommandant der Abteilung Lauda wo mit Rüstwagen, Löschfahrzeug (LF16) und Gerätewagen Transport (GW-T) die wichtigsten Rettungsmittel für diese Aufgaben stationiert sind. „Im Rahmen der Überlandhilfe waren wir bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn mit vier Toten. So ein Einsatz geht nicht spurlos an den Rettungskräften vorbei“, so der Abteilungskommandant.

Obwohl das Löschen von Feuer bei den vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr längst nicht mehr an erster Stelle steht, waren in Lauda-Königshofen dennoch 51 Schadensfeuer zu bekämpfen. Zwei Drittel davon wurden als Kleinbrände eingestuft. Das sind Brände, die mit kleinem Löschmitteleinsatz beherrscht wurden und durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr bereits im Anfangsstadium erstickt wurden. Aber auch neun Mittelbrände und ein Großbrand waren zu löschen. „Bei Bränden dieser Größenordnung werden immer mehrere Abteilungen alarmiert, um den Einsatz sicher zu bewältigen. Dazu wird immer auch die Drehleiter aus Bad Mergentheim oder Tauberbischofsheim angefordert“, ergänzt der Leiter der Feuerwehr.  Das abteilungsübergreifende Konzept zur Brandbekämpfung und Gefahrenabwehr sei die Basis für ein gut funktionierendes und zukunftsfähiges Feuerwehrwesen. Hier zahle sich auch aus, dass einige Kameraden sowohl in ihren Ortsteilwehren als auch bei der Abteilung Lauda beim Einsatz- und Übungsdienst mitmachen.