Interkommunale Großübung

Feuerwehr Lauda-Königshofen übt mit Nachbarwehren Brandbekämpfung in Hofstetten

Löschwasser steht auf den Höhenzügen des Taubertales nur begrenzt zur Verfügung. Umso wichtiger ist es, die Ressourcen einer Kooperation mit Nachbargemeinden für eine ausreichende Löschwasserversorgung zu nutzen.

Es ist Tradition bei der Freiwilligen Feuerwehr Lauda-Königshofen. Einmal im Jahr wird die Bekämpfung eines Großschadensereignisses mit maximalem Einsatz von Mensch und Material geübt. Sämtliche Abteilungen der Feuerwehr Lauda-Königshofen waren alarmiert, um einen ausgedehnten Flächen- und Waldbrand zwischen Hof Sailtheim und Hofstetten zu bekämpfen.  Auch die Wohnhäuser und Scheunen dieser Siedlungen waren unmittelbar vom Feuer bedroht. Aus dem öffentlichen Wassernetz können die benötigten Löschwassermengen für ein derartiges Ereignis nicht entnommen werden. Auch die Reserven der 50 Kubikmeter fassenden Löschwasserzisterne sind endlich. Für die ersteintreffenden Feuerwehren aus Messelhausen, Lauda und Gerlachsheim war schnell ersichtlich, dass alternative Wege der Löschwasserbeschaffung gefunden werden müssen. Und es war auch klar, dass dieses Wasser nur aus der Tauber kommen konnte.

Doch zwischen der Tauber und Hofstetten liegen fast vier Kilometer und nahezu 140 Höhenmeter. „Mit einer solchen Topographie kommen wir schnell an unsere Grenzen, ohne Unterstützung aus anderen Gemeinden können wir über eine so lange Wegstrecke kein Wasser fördern“, so Fabian Walter, Abteilungskommandant in Messelhausen. Nach und nach wurden von der Einsatzleitung unter Führung von Matthias Hohl sämtliche Abteilungen der Stadt Lauda-Königshofen alarmiert. Aus Distelhausen (SW 2000) und Grünsfeld (SW1000) wurden die dort stationierten Schlauchwagen angefordert, um eine Schlauchleitung von der Tauber mit Unterquerung der B290 Richtung Eisatzstelle zu verlegen. Beide Fahrzeuge führen in der Summe 3000 Meter Schlauchmaterial mit, welches bei fahrendem Fahrzeug verlegt werden kann. Wertvolle Hilfe leistete auch das LF KatS (Löschfahrzeug Katastrophenschutz) der Feuerwehr Unterschüpf.  Es hat neben 600 m Schlauchmaterial leistungsfähige Pumpen ab Bord und eignet sich hervorragend für eine Wasserförderung über lange Wegstrecken.

Am Ende lag eine fast vier Kilometer lange Schlauchleitung bereit, um Wasser aus der Tauber auf die Anhöhe zu schaffen.  Sieben „Verstärker“-Pumpen aus den diversen Abteilungen der Feuerwehr Lauda-Königshofen waren notwendig, um die lange Wegstrecke und den Höhenunterschied zu überwinden.

„Wir wollen verstärkt auch die Zusammenarbeit mit dem THW üben“, erläutert Jürgen Segeritz, Leiter der Feuerwehr Lauda-Königshofen, und haben die Kameraden vom THW Igersheim gebeten die Saugstelle an der Tauber zu übernehmen“. Die Fachgruppe WP (Wasserschaden/Pumpe) baute Zug um Zug eine Saugstelle mit einer Förderleistung von 7000 l/min Wasser auf, das dann in die Förderleitung der Feuerwehr eingespeist wurde. Das war weit mehr als die verlegte Schlauchleitung aufnehmen konnte. Dadurch war es der Feuerwehr möglich, im Pendelverkehr mit ihren Tanklöschfahrzeugen zusätzliche Löschwasserreserven an die Schadensstelle zu bringen. Auch das Pumpfass des städtischen Bauhofes mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern pendelte vom THW zu den Auffangbehältern an der Einsatzstelle. „Wir haben die Menge des aus der Tauber entnommenen Wassers auf das Notwendigste begrenzt und die Entnahme mit dem Umweltamt des Main-Tauber-Kreises abgesprochen“, ergänzt Jürgen Segeritz.

Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Christopf Volk zog er ein überaus positives Resümee bei der Nachbesprechung. Die interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren funktioniere ohne Probleme und auch die Kooperation mit dem THW habe perfekt geklappt. Besonders Lob ging auch an die Führungsgruppe. Es sei nicht einfach zwölf Abteilungswehren aus Lauda-Königshofen und drei Nachbarwehren mit über 130 Feuerwehrleuten in einer derart komplexen Einsatzlage zu koordinieren.

Ein Bericht von unserem Kameraden Jürgen Schmitt.